Forstarbeit mit dem Pferd

 – Holzrücken im Wald

Ein Pferd, welches man im Wald zum Holzrücken einsetzt um die gefällten und entasteten Baumstämme zum nächsten Waldweg bzw. zum Polterplatz zu bringen nennt man Rückepferd. Nachdem über Jahre hinweg die Rückepferde von der fortschreitenden Technik bei der Forstwirtschaft im Wald verdrängt wurden, gewinnen sie in der letzten Zeit wieder zunehmenden an Bedeutung. Im Zuge der steigenden Sensibilisierung für ökologische Themen und schonendem Umgang mit Ökosystemen werden in der naturnahen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung wieder vermehrt Holzrücker mit Pferden eingesetzt. Der Vorteil ist, dass Pferde auch in unwegsamem Gelände, an Berghängen sensiblen Gegenden wie Naturparks eingesetzt werden können und das Rückegut zwischen den Bäumen, also durch das stehende Holz, transportieren können. Dagegen benötigen technische Geräte wie Forstschlepper, Forwarder usw. bei der Holzernte breite Rückegassen. Die wendigen und vergleichsweise leichten Pferde hinterlassen im Gegensatz zu den großen Maschinen praktisch keine Bodenschäden während die schwere Technik durch ihr Gewicht den Untergrund noch zusätzlich verdichtet.

Da das schwere Holz bei der Rückearbeit große Anforderungen an die Körperkraft der Pferde stellt, werden vorwiegend starke Kaltblutrassen mit einem Körpergewicht ab 700 kg eingesetzt. Die Pferde sollen einen ruhigen und gelassenen Charakter zeigen um sich durch brechende Äste und Zweige nicht zu erschrecken und gleichzeitig auch bei ständig wechselnden Zugwiderständen auf dem unebenen Boden willig und zugfest sein. In der Regel werden die Rückepferde mit einem Kumt aufgeschirrt und der Baumstamm wird mit einer Forstkette angehängt.

Pferde können das ganze Jahr hindurch unter verschiedenen Witterungsbedingungen beim Holzrücken eingesetzt werden, wobei sie bei kühlen Temperaturen eine längere und höhere Leistungsfähigkeit haben als im warmen Sommer. Maschinen müssen dagegen vergleichsweise häufig witterungsbedingt die Arbeit einstellen.